Du willst Künstler sein, dann musst du doch…

„Du willst Künstler sein, dann musst du doch…“
kennt ihr den spruch? dann spreng die ketten, die dich deiner freiheit als künstler und vor allem als mensch berauben!
die tage kam diese anspielung mal wieder in mein leben. diesmal auf die kunst der menschlichen begleitung bezogen „du willst doch personal trainer sein, dann musst du doch…!“ es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich das noch als provokation empfunden. ich war wütend, rechtfertigte mich und musste zurück bellen. „ich interessiere mich seit 10 jahren für nichts anderes mehr, genau genommen schon seit ewigkeiten, und du wagst es…“ haha. ja, so in der art, ihr kennt das. diesmal konnte ich die situation aufmerksam beobachteten und sachlich klar stellen. „ich will kein personal trainer sein, ich bin personal trainer!“
das ist ein großer unterschied der sich weltklasse anfühlt. heute kann ich solche berührungen als übung sehen, zu sich zu stehen. was für ein großer schritt, auf der heldenreise, wenn man sich immer unbedingter von den umständen macht und bei sich bleibt. statt der wirren fahne im wind, die sich zwischen dem hektischen wandel aus zustimmung und ablehnung selbst nicht kennt, lieber selbstreflektiert staunen „ok, was will es mir damit sagen?“
ein toller künstler sang vor kurzem „selbstreflektion, hebt dich auf den thron“.
genau das ist es! wer würde sich anmaßen dem künstler zu verbieten das zu singen, wenn er es (gerade) selbst nicht lebt?
fliessen in der kunst nicht oft worte, melodien, bilder, die unseren aktuellen „stand“ sprengen. vielleicht sind sie erinnerungen, an das große paradies, an unser selbst. in kostbaren momenten, in denen wir ganz jetzt sind, ganz hier, können wir genau das erinnern. auch wenn es scheinbar unser bisheriges selbstbild aus den angeln hebt. macht nicht genau das die kunst und begnadete künstler aus? ist nicht das, der große segen, den wir künstler der menschheit schenken. egal, ob in der musik, dem malen, gestalten, handwerken oder fußballspielen…

nachdem ich mich dieser wunde bewusst gewidmet hatte, kamen viele menschen auf mich zu, die ähnliches erlebt hatten. und anfangs ebenfalls wütend, traurig und verletzt reagierten. „du bist doch schamane, maler, lehrer, kindergärtner, sonstwer, dann musst du doch…“
ja, wir sind all das. vor allem sind wir menschen, mit stärken und schwächen.
und manchmal ist das, was man uns als schwäche deutet, sogar eine stärke.

alles ist eins.
alles ist wir.
steh doch einfach
zu dir!

ps. der auslöser dieser konfrontation war, dass ich wertfrei auf zusammenhänge zwischen verschiedenen situationen hingewisen hatte, in denen ich ein muster sah. scheu versteckte sich darin auch die einladung, das alte thema, dass sich an allen ecken in widerstand und konflikten spiegelte, zu durchschauen.
ich scheute mich nicht, es zu äußern, ganz einfach, weil es auch mich und einen meiner klienten betraf.
und ja, ich stehe dazu, auch dann meine meinung zu sagen, wenn der gegenüber auf halben wege (genau dann wenn es die eigene verantwortung betrifft) nicht mehr hören mag.
ich durfte die letzten 10 jahre viel heilung erfahren. meist lag sie da, wovor ich die größte angst hatten.

wenn wir anfangen, das problem nicht mehr nur im aussen zu sehen, sondern uns bewusst werden, dass alles was uns touchEd, alle samen unseres lebens in uns liegen, dann kann die macht mit uns sein.
und wir, selbst die schwersten ketten sprengen!

ist es nicht ein wesen der kunst, den menschen wieder appetit auf diese einheit zu machen?
ein hoch auf die kunst!

mahlzeit und einen wundervollen sonntag!

ali


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