Es gibt keinen sinnvolleren Beruf, als den des Künstlers!

Kein anderer Beruf ist im Stande, das Herz mit einer solchen göttlichen Genugtuung zu lohnen, als das Künstlertum. (Peter Rosegger)

Es muss jetzt wirklich einmal raus: Ich bin voller Dankbarkeit, meine Berufung zu leben und Künstler zu unterstützen klar zu kommen! Dass sie in all dem Wahnsinn der Kunst ihr Ding durchziehen und bestehen. Für mich gibt es keinen wichtigeren Beruf als Künstler! (Und die, die den Raum dafür öffnen und die Szene mitgestalten, also zB Clubbetreiber, Veranstalter, Barleute, Booker, Fachmagazine…)

Und das meine ich allen Ernstes. Man kann darüber streiten, inwiefern Krankenschwestern, Ärzte, Kindergärtnerinnen, Pfleger, Erzieher (m/ w) auch Künstler sind. Klar sind sie das. Und doch, der Anteil in uns, der Andere an die Einheit, an das, was sie auf ihrer tiefsten Ebene sind erinnert, ist für mich der wertvollste Aspekt, den wir als Mensch leben können.
Ist es wichtiger, Leben zu retten, oder das Leben bewusst zu machen? Was bringt es Dir, wenn Du zwar steinalt wirst, aber auch leblos wie ein Stein bist.
(Und wie Ihr wisst, habe ich eine sehr große Liebe für Steine.)

„Stirb bevor Du tod bist!“
Was ist mit den Ärzten? Klar sind sie superwichtig. Herzlichen Dank! Doch auch hier stehe ich zu meiner obigen These: Stell Dir vor, ein Mensch will nicht mehr Leben, schneidet sich die Pulsader auf, wird von dem Arzt gerettet, aber ist danach mindestens genauso gefrustet wie zuvor. Klar, nicht mal der Selbstmord hat geklappt. Und jetzt stell Dir mal vor, der Suizidkandidat hört vor dem Versuch ein fesselndes Konzert, sieht einen innigen Tanz, bestaunt ein Bild, oder die Natur. All diese Künste können ihn tief berühren und an das erinnern, was er eigentlich ist, was er vor all seinen Problemen ist, sogar an das, was bleibt und ist, wenn „er“ weg ist… Wenn er das erkennt, braucht er nicht mehr irgendwoanders hin.
„Der Himmel ist hier.
Die Hölle auch.
Es liegt an Dir.
Trennung?
Nichts als Rauch!“

Wieviele Menschen leben für das Wochenende, an dem sie endlich einmal die Sorgen losbekommen und sich den Frust von der Seele tanzen können. Ich erinnere mich noch an ein Tragisches Erlebnis. Mein geliebeter Schwiegervater starb kurz vor seinem 50. an einem Herzinfarkt. Im größten „Abwicklungsstress der Firma“ und all der Trauer musste ich dann einfach mal ins Robert Johnson Offenbach zu Ricardo Villalobos fahren und mich frei tanzen. Das war die beste Medizin und mir war völligst egal, ob man das macht, oder nicht. Ich hätte nichts besseres tun können!

Versteht ihr jetzt, was ich meine und warum meine größte Wertschätzung und Dankbarkeit allen gilt, die ihr Leben der Kunst gewidmet haben?

Ich bin seit 20 Jahren selbst auf dem Weg des Künstlers und weis nur zu gut, wie schwer es für uns Künstler oft ist, zu sich zu stehen. Wie oft werden wir in Frage gestellt. Sei es, weil unsere Kunst nicht verstanden wird, oder weil unsere Entscheidung als Künstler zu leben nicht verstanden wird. Welcher Künstler hat nicht den Rat seiner Eltern gehört „Such Dir einen sicheren Job.“ Doch was ist sicher? Ich habe Bankkaufmann gelernt, das war damals die sicherste und beste Lehre in der Wirtschaft. Schau Dir mal den Kurs der Deutschen Bank in den letzten 10, 20 Jahren an. Beständig abwärts. Wie sicher und wie cool ist es heute noch als Bänker? Schöne Grüße an meine geliebten Eltern. Zum Glück habe ich schon damals angefangen auf mich zu hören und das Kapitel trotz allem Erfolg schnell wieder beendet. Das einzige was mich daran interessierte war „Die Kunst der Geldanlage“ und der Fluss von finanziellen Energien an der Börse. Aus den Grund sehe ich diese Zeit auch wiederrum als Bestes was mir (damals) passieren konnte. Geht es nicht immer darum die Dinge anzunehmen und das Beste daraus zu machen?
(Annahme kann übrigens auch sein, das Gefühl anzuerkennen, dass es nicht mehr geht und es zu beenden! Doch das ist ein anderes Thema)

Wahre Kunst berührt!
Berührt zu sein heisst, sich an das zu erinnern, was wir wirklich, auf der elementarsten Ebene, sind. Doch wer mag das heute noch aushalten? Auf der einen Seite suchen wir in aller Tätigkeit und aller Stimulanz danach. Wenn wir erkennen, das wir das eigentlich immer sind, wonach wir suchen, nehmen wir schnell reißaus. So wie der Hund, der ein Leben lang seinem eigenen Schwanz hinterher rennt und, wenn er ihn erwischt, heulend davon ablässt…

Der Mensch als Tanzschritt Gottes. (Willigis Jäger)
Noch ein letztes Beispiel für meine Überzeugung:
Heute ging ich ein paar Stunden mit einem Künstler, der seit seiner Kindheit seiner Wahrheit treu geblieben ist, dem Tanz. auch wenn ihn sein Vater anfangs lieber zum Fußball und nicht zum Ballett bringen wollte. Heute ist er ein begnadeter, erfolgreicher Tänzer und gibt seine Begeisterung nicht nur auf den großen Bühnen, sondern auch als Tanzlehrer an Kinder und Jugendliche weiter.
Ja hey, gibt es denn etwas Wertvolleres, als diesen Flow und dieses Selbstbewusstsein schon unseren Kindern zu vermitteln? Ich werde ihn mit meinen Kids bald besuchen kommen. Und wich mich schon darauf freue!

Man könnte meinen, dass die Kirchen diesen Auftrag haben. Der Fokus dort scheint von der früheren Angstmache bis zu den heutigen religiösen Konflikten klar verfehlt. Ich sollte vor kurzem ein Mitglied im hiesigen Kirchenvorstand werden. Schon bei der ersten Vorstellungsrunde gab es so eine feindseelige, kalte Stimmung, dass es sich für mich sofort erledigt hatte. Ich glaube, hier wird zu oft vergessen um was es wirklich geht: den Menschen. Und stattdessen lieber an die Finanzierung von Materie und die nächste Spendenaktion gedacht. Heute muss ich lachen, wie ich überhaupt auf die Idee kam, dieser Einladung zu folgen. Keine Ahnung, es war einfach der Impuls da. Doch sich wirklich an diese alten zähen Erwartungen zu binden? Ah, nein, danke… dann lieber Tanzen!

So, ich beende meine Ode an die Künstler.
Lass Dich nicht unterkriegen. Die Ängste, die Dir Dein Umfeld so lange übergestülpt hat: Nimm sie wahr, benennt sie und dann schenkt sie dem Wind. Oder lasst sie durch Deine Wurzeln tief in die Erde fliessen. Spür mal, ob Du sie brauchst? Sind es vielleicht alte Muster, die Deiner Vorfahren? Du musst gar nicht so tief graben. Noch viele unsere Eltern und Großeltern hatten es mit Hunger, Armut und Krieg zu tun. Deine Ängte haben also ihren Grund. In den Zellen Deiner Großeltern sind diese Ängste gespeichert, genau wie in den Zellen Deiner Eltern und auch in Deinen Zellen.
Genetisch hin oder her, es sind einfach ganz alte Erfahrungen und Muster, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. So lange Du sie nicht Jetzt und Hier durchschaust, werden sie unreflektiert weitergegeben! Und dementsprechend auch die „traditionellen“ Krankheiten Deiner Sippe.
Eine kleine Geschichte, die wunderbar passt und mir noch heute die Tränen in die Augen bringt:
Vor Kurzen spielten zwei Verwandte, Mutter und Tochter, auf einem Familiengeburtstag ein Gesellschaftsspiel. Eine Spielregel machte absolut keinen Sinn und wenn man daran festgehalten hätte, wäre das Spiel ewig weitergegangen. Mein Hinweis wurde sehr kompetent gelöst: „Das Spiel spielte meine Oma schon so, und meine Mutter auch. Und von beiden habe ich das gelernt“.

„Selbstreflektion, hebt Dich auf den Thron!“
Also, wenn Dich wiedermal eine Angst besucht, dann benenne sie, gib sie an die Natur ab (und nicht wie so oft an Deinen Partner oder Bekanntenkreis) und schau nochmal deep. Bist das Du? Was hat sie mit Dir zu tun? Was bist Du? Du bist der Moment der Einheit, den Du als Künstler Dir und anderen erinnerst. Dieses Höchste Deiner Gefühle, das bist Du.
Und nun, stelle beides gegenüber. Die Sonne, das was Du bist, mit dem Gefühl, das Dich blockiert. Es mag etwas dauern, Geduld ist eine Tugend, auf kurz oder lang hat das Eis in der Sonne keine Chance.

In meinem Feelgood Management geht es um Deine Gefühle.
Hier ist das Gefühl, zu diesem Text passt mein Imagevideo sehr gut. Nach mehreren Monaten Arbeit ist das Meisterwerk nun fertig geworden.
Viel Spaß beim berühren lassen, ich wünsche Dir die besten Gefühle darin.

Mein tiefster Dank gilt Euch allen, vor allem natürlich dem wunderbaren Malo Plisson und all den fabelhaften Tänzerinnen, Tänzern, Darstellern ua. Hannah Solveij Gramß, Dominik Blenk & Markus von Hot Potatoes, Ata Macias, Silvia Rahner … Aplawia e.V. für den Fernseher, Mistaa und mindcore productions für einige Bilder aus unserer „Gut So“ Bootsession und eben alle, die sich auch darin erkennen… 😉

Alles Gute Euch allen!
Sonnige Grüße
ali / ALL is

Indem wir erfahren,
wer wir sind,
wandelt sich unser Leben
zu dem Wunder,
das wir sind.

(Alexander Prier)

 

 

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